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Neue Erbkrankheit MYHM/IMM

Im Moment dreht sich in der Zucht und bei vielen Interessenten ja alles um das Thema "IMM". Doch was ist das überhaupt und welche Auswirkungen hat die Krankheit auf betroffene Pferde?

MYHM/IMM ist eine Autoimmunkrankheit bestimmter Muskelzellen. Diese befinden sich vorallem in der Rückenmuskulatur und in der Hinterhand. Hat das Pferd einen Krankheitsausbruch, so kommt es in diesen Bereichen zu einem schnellen und starken Muskelabbau. Doch wodurch wird dieser ausgelöst? Durch das Vorhandensein des IMM-Gens verändern sich Teile eines Proteins, das in Muskelfasern vorkommt, aus denen vorallem Rücken- und Hinterhandmuskulatur bestehen. Die geänderten Teile des Proteins sind dann Teilen des Druse-Bakteriums ähnlich. Wird nun das Immunsystem des Pferdes angeregt, z.B. durch eine Infektion oder Impfung, kann es dazu kommen, dass das Immunsystem die veränderte Version des Muskel-Proteins als "Feind" erkennt und bekämpft. Dadurch kommt es zum typischen, schnellen Muskelabbau (IMM-Schub). Pferde, die einen IMM-Schub durchgemacht haben, erholen sich in der Regel wieder und bauen die verlorene Muskulatur innerhalb mehrerer Monate wieder auf. Die Erholung kann beschleunigt werden, indem das Pferd sofort bei Beginn eines Schubes mit Kortikosteroiden behandelt wird.

Was heißt das nun für betroffene Pferde? Nicht alle Pferde, die die Gen-Mutation haben, werden auch krank. Viele Pferde, die Träger des Gens sind (IMM/n), zeigen nie Syptome oder Probleme. Pferde, die zwe Kopien des Gens aufweisen (IMM/IMM), haben dagegen ein sehr hohes Risiko, das die Krankheit bei ihnen ausbricht. Zumeist tritt die Krankheit bei Pferden auf, die jünger als 8 oder älter als 17 Jahre sind. Sie wird nicht durch Belastung (Reiten, Training, ...) ausgelöst. Nach aktuellem Kenntnisstand sind Auslöser Infektionen mit Streptococcus equi (besser bekannt als Druse), Herpes (Typ 4) oder Influenza. Aber auch die Impfungen gegen Influenza oder Herpes können einen Krankheitsschub auslösen, da das Immunsystem wie oben beschrieben auf den Impfstoff reagiert. 

Insofern man nicht darauf angewiesen ist, könnte ein Verzicht auf Herpes- und Influenza-Impfung das Risiko für einen Krankheitsschub verringern.

Quellen: CAG GmbH - Center for Animal Genetics / Etalon Diagnostics

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